Zurück in die Zukunft, das Leben ohne Display.

Ich bin in einer Zeit aufgewachsen, in der der Besitz eines Haustelefons ein Privileg war. Wie habe ich diese Hölle überlebt?

Man traf seine Verabredungen in der Schule oder auf Arbeit. Zum Treffen ging man dann einfach los. Meistens klappte es. Natürlich war es dann auch nicht möglich eine Verabredung abzusagen und es kam schon vor, dass man irgendwo vor verschlossener Tür stand. Die Vorwürfe am nächsten Tag wollte man jedoch auch nicht gerne über sich ergehen lassen, so dass dies nicht der Regelfall war. Schlimmstenfalls war es ein kleiner Spaziergang. Später hatte ich meistens ein Buch dabei und konnte mir eventuelle Wartezeiten verschönern. Diese Angewohnheit habe ich einem Urlaub in der Sowjetunion zu verdanken, wo dies gängige Praxis war.

Heute scheinen viele Menschen die virtuelle Welt zu bevorzugen. In den unsozialen Medien werden Freunde gesammelt und über die entsprechenden Neuheiten die gewünschten Themen in die Köpfe implementiert. Ständige Wiederholungen und die passenden Experten sorgen für einen „Wissensschatz“ der im eigenen Leben meistens ohne Relevanz ist.

Durch den ständigen Blick auf das Handy wird die Umwelt nur noch schemenhaft wahrgenommen oder sofort durch neue „Informationen“ überlagert.

Viele spannende Bau- und Kunstwerke, aber auch Gespräche untereinander, fristen ein Mauerblümchendasein.

Natürlich können dann auch gesellschaftliche Zusammenhänge nicht richtig interpretiert werden, da der gedankliche Austausch oder das Interesse fehlt. Eine gelebte Demokratie kann sich so nicht entwickeln.

Aus diesem Grund fahre ich jetzt mit meinem Fotoapparat durch die Gegend und suche nach interessanter Architektur und gelungenen Kunstwerken.

Dabei liegt mein Interesse bei Bauwerken, die errichtet wurden um das Wohlbefinden und das Zusammenleben der Menschen zu verbessern. Besonders im Gebiet der ehemaligen DDR gibt es viel zu entdecken, da hier durch die Gesetzgebung ein bestimmter Anteil der Bausumme für die „Kunst am Bau“ vorgesehen war.

Außerdem erweist sich so ein Tagesmarsch durch ein Stadtviertel als nützlich für die Gesundheit. Der Spaziergang geht meistens nicht unter 10 km zu Ende.

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