1942, Geleizug PQ17 – Angriff auf die „Tirpitz“

Weg des Konvois und Abdrehen der Tirpiz nach dem Angriff des U-Bootes

Kolyschkin, Iwan Alexandrowitsch: “ In den Tiefen des Nordmeeres“, Moskau 1970

1942

Geleitzug PQ17, war ein alliierter Nordmeergeleitzug der Nachschub für die rote Armee durch das Nordmeer nach Murmansk bringen sollte. Nach einem Angriff von deutschen Torpedoflugzeugen und dem Auslaufen eines Deutschen Geschwaders unter dem Flagschiff „Tirpiz“ überließ die britische Admiralität den Geleitzug seinem Schicksal.

„Um 23.00 Uhr wies die Admiralität den Befehlshaber des Konvois an, alle Sicherungskräfte auf Westkurs gehen zu lassen. Dieser Befehl betraff auch jene Kampfschiffe, die den Geleitzug unmittelbar deckten. Die Transporter sollten möglichst jeder für sich versuchen, sowjetische Häfen anzulaufen…….Den faschistischen U-Booten und Flugzeugen bereitete es keine Mühe, die wehrlosen Schiffe anzugreifen. Die meisten Transporter kamen nicht ins Ziel…..“

Im Nordmeer operierte zu dieser Zeit das sowjetische U-Boot K-21 und Kapitän Lunin. Am 27. Juni erhielt Lunin den Befehl, den Konoi PQ-17 zu decken und dazu eine neue Position zu beziehen. Dort erreichte ihn am 5 Juli ein Befehl :

“ daß sich ein faschistisches Geschwader auf See befinde. Unsere Boote sollten es aufspüren und entschlossen angreifen…..Lunin entschloß sich die „Tirpiz“ anzugreifen. Sie war das neueste deutsche Schlachtschiff und 1939 in den Dienst gestellt worden…..Das alles wußte Lunin und war sich völlig im klaren, daß er die „Tirpiz“ auch mit einer erfolgreichen Salve nicht würde versenken können. Aber wenn er sie wenigstens beschädigte und außer Gefecht setzte……das würde die Lage auf dem nördlichen Kriegschauplatz bis zu einem gewissen Grade verändern……

Um sie wirkungsvoll treffen zu können, mußte Lunin ihre Sicherung durchbrechen, also unter den Zerstörern durchtauchen. Er manövrierte und ging zum Angriff über. Das Geschwader fuhr im U-Abwehr Zickzack. Trotz des Risikos entdeckt zu werden, fuhr Lunin fünfzehnmal das Sehrohr aus und korrigierte den Kurs. Um 17.36 Uhr drehten die gegnerischen Schiffe 90 Grad Backbord ab. Jetzt befand sich die K-21 auf Gegenkurs mit der „Tirpitz“. Lunin wendete nach Steuerbord um auf Gefechtskurs zu gehen und eine Bugsalve feuern zu können. Die Spannung auf dem U-Boot erreichte den Höhepunkt. Jeder wußte worum es ging. Bisher hatte noch kein Boot der Nordmeerflotte eine so starke Sicherung durchbrochen und Gelegenheit gehabt, ein so großes Kampfschiff anzugreifen……

Aber obwohl sich die „Tirpitz“ der K-21 näherte, war der Kurswinkel sehr spitz, er betrug 5 bis 7 Grad. Bei einem solchen Winkel war es unmöglich, einen erfolgreichen Schuß abzugeben. Aber Lunin riskierte es nicht, lange zu manövrieren, denn das Geschwader konnte ja erneut zacken. Er entschloß sich also, auf kürzesten Weg den Gegenkurs zu verlassen und eine Hecksalve auf das Schlachtschiff abzuschießen….. Um 18.01 Uhr scho die K-21 aus 17 Kabellängen Entfernung mit vier Sekunden Abstand vier Torpedos auf die „Tirpítz“ ab. Lunin führte das Boot sofort zur Seite und ging auf Tiefe……Nach 2 Minuten und 15 Sekunden hörten die Männer zwei Detonationen und atmeten erleichtert auf. Die Sicherung des Gegners entdeckte das Boot nicht…..Nach Aufklärungsangaben der Engländer wurde die „Tirpitz“ bald darauf zur Reparatur gebracht……Die K-21 tat, wozu sich die Engländer nicht entschließen konnten oder wollten: Sie stellte sich den Hauptkräften des Gegners in den Weg.“

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